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Erste Erkenntnisse zu Dauergrün-Ampel

Im bundesweit beachteten Pilotprojekt „Grünes Licht" für Fußgänger und Radfahrer hat das Institut für Verkehr und Infrastruktur der Hochschule Karlsruhe erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung vorgelegt. Danach haben sich die Wartezeiten für den Autoverkehr erwartungsgemäß erhöht. Überraschender ist die gleiche Entwicklung für Fuß- und Radverkehr. Zurückzuführen ist das Ergebnis auf die vorherige „Dunkel-Dunkel-Schaltung" der beiden Anlagen: Bei diesen fordert der Fuß- und Radverkehr nur bei Bedarf per Knopfdruck „Grün" an, kann sonst bei Lücke im Autoverkehr auch ohne Signal und damit oft ohne Wartezeit queren.

Die wissenschaftliche Auswertung deutet darauf hin, dass der bestmögliche Effekt von Anlagen mit „Dauergrün" stark von den jeweiligen Verkehrsmengen abhängen. Die Aspekte sollen nun näher mit Hilfe eines Simulationsmodells untersucht werden. Ergebnisse für eine möglichst passgenaue Signalsteuerung mit Fokus auf Förderung des Fuß- und Radverkehrs werden im Laufe des Frühjahrs erwartet.

Für das Pilotprojekt hatte die Stadt im Oktober die Ampelanlagen an der Querung von Franz-Lust-Straße und Knielinger Allee und am Abzweig Kaiserallee/Südliche Hildapromenade versuchsweise umgerüstet. Während an ampelgeregelten Querungen der Autoverkehr „Grün" hat und Fuß- und Radverkehr dies erst mit Taster anfordern müssen, wird beim Verkehrsversuch dieses Prinzip umgekehrt.

Dort haben jetzt Fuß- und Radverkehr „Dauergrün". Der Autoverkehr wird durch Sensoren erfasst und erhält nur bei Bedarf „Grün". Die Schaltung an beiden Anlagen wird nach Versuchsende in den nächsten Monaten in den bisherigen Zustand zurückversetzt. -red-