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Neureut: Tierische Landschaftspflege

Beweidung durch Ziegen soll Zustand der Sandgrube am Grünen Weg verbessern

Neben der weiter nördlich liegenden „Toskana“ gehört auch das Flächenhafte Naturdenkmal (FND) „Sandgrube Grüner Weg - West“ zu den sehr seltenen Sandgebieten.

Doch werden Sandbiotope stark von Neophyten bedroht, die mit extremen Bedingungen wie Hitze und starker Trockenheit gut umgehen können. Neophyten sind Pflanzen, die aus fernen Ländern und anderen Kontinenten eingeschleppt wurden. Häufig sind sie sehr konkurrenzstark und können heimische Arten verdrängen. Dies betrifft laut dem städtischen Umwelt- und Arbeitsschutz neben heimischen Pflanzenarten auch Insekten, die auf bestimmte Pflanzen als Nahrungsquelle oder Lebensraum angewiesen sind.

Die einst offene Sandvegetation in der Sandgrube am Grünen Weg ist mittlerweile zu zwei Dritteln mit neophytischen Gehölzen zugewachsen. Neben großen Mengen Spätblühender Traubenkirsche nehmen nach und nach auch andere Arten, wie Robinie, Essigbaum und Eschenahorn überhand. Diese Arten breiten sich alle sehr schnell aus und sorgen so binnen weniger Jahre dafür, dass betroffene Gebiete verbuschen und zuwachsen.

Nach intensiver Planung nimmt der Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt die Pflege der Sandgrube ab Winter in Angriff. Ziel der Maßnahmen ist es, eine überwiegend offene Sandrasenvegetation mit einzelnen wertgebenden Gehölzen, wie Kiefern oder Eichen, zu entwickeln. In vergleichbaren Sandgebieten hat sich eine ganz besondere Art der Landschaftspflege durchgesetzt: Die Ziegenbeweidung. Ziegen fressen vorrangig Laub, junge Triebe und Jungpflanzen. Wenn sie davon jedoch nicht genug finden, ringeln und schädigen sie auch die Stämme von Spätblühenden Traubenkirschen.

Diese Gehölze scheinen besonderes gut zu schmecken, aber auch um stachelige Robinien oder Brombeeren machen Ziegen keinen Bogen. Für die Ziegenbeweidung wird im Laufe des Monats Novembers ein Weidezaun errichtet. Der Fußweg durch das Flächenhafte Naturdenkmal wird auch weiterhin begehbar sein, sodass Spaziergängerinnen und Spaziergänger die Tiere bestaunen können. -red-