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Badisches Staatstheater: Spielbetrieb trifft auf Baubetrieb

Saisonauftakt am Badischen Staatstheater im Zeichen der bevorstehenden Sanierung / Neuer Intendant Ulrich Peters würdigt „großartiges Bekenntnis zu Kunst und Kultur“

Ein „Roter Teppich“ wird bei festlichen Anlässen üblicherweise ausgerollt, damit die Prominenz darüber schreiten kann und das Publikum Spalier steht. Ganz anders dagegen beim Theatertag des Badischen Staatstheaters: Dort rollten die Ehrengäste den Roten Teppich für die Besucherinnen und Besucher aus, um diese in das neue Entree zu bitten. Damit sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass das Publikum im Mittelpunkt steht, denn „wir machen den Theaterbetrieb für Sie“, betonte OB Dr. Frank Mentrup.

Zugleich wurde deutlich, dass es mehr als nur die Eröffnung der neuen Spielzeit zu feiern gab. „Wir treten in eine neue Phase am Badischen Staatstheater ein“, sagte die baden-württembergische Landesministerin für Wissenschaft und Kultur, Theresia Bauer, da nun die erste Spielzeit im Zeichen der baulichen Sanierung beginne. Das neue Entree ist für die Ministerin „mehr als nur ein Provisorium“, sondern vielmehr ein Beweis dafür, dass „wir uns gemeinsam der Verantwortung stellen, die wir für einen der großartigsten Kulturorte im Land haben“. Trotz pandemiebedingter Auflagen „fangen wir an, zu einer neuen Normalität zurückzukehren“, freute sich Bauer über die Wiederaufnahme des Theaterbetriebs und spielte mit dem Satz „Corona war nicht die einzige Krise“ zugleich auf die Neubesetzung des Intendantenpostens an.

Mit dem neuen Intendanten Dr. Ulrich Peters habe man einen „national und international renommierten Theatermann“ gewinnen können, erklärte der OB. „In einer solchen Situation an ein solches Haus zu kommen und Verantwortung zu übernehmen, ist alles andere als selbstverständlich“, führte Mentrup weiter aus. Nun gehe es darum, den Anschluss wiederherzustellen, denn das Theater als Institution und die Beschäftigten seien auf möglichst viele Gäste angewiesen. Als „eine besondere Ehre“ betrachtete Intendant Peters seine neue Aufgabe.

In den ersten Tagen seiner auf drei Jahre geplanten Amtszeit habe er bereits viel Vertrauen und große Wertschätzung erfahren dürfen, sagte Peters, und lobte insbesondere den Gemeinderat für „sein großartiges Bekenntnis zu Kunst und Kultur“. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müsse er jetzt auf die Sanierung einstimmen, welche Belastungen durch Lärm und Staub bringen werde. Dafür erhalte das Theater aber auch eine temporäre zusätzliche „Sparte“, wie es Dagmar Menzenbach, beim Landesbetrieb Vermögen und Bau als Projektleiterin für das Staatstheater zuständig, formulierte: „Der Spielbetrieb und der Baubetrieb werden sich für viele Jahre auf dieser Bühne respektvoll begegnen.“ Nachdem der neue Eingangsbereich nun fertiggestellt sowie gleichzeitig der ehemalige K. in der Kriegsstraße als Vorverkaufsstelle und Sitz der Sanierungskommunikation umgebaut wurde, steht nun als nächster Schritt der Neubau des Schauspielhauses auf dem Hermann-Levi-Platz an. -eck-